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Frei am Feiertag      24+10

Das Gesetz will die „seelische Erhebung” am Feiertag schützen:

Arbeitszeitgesetz   linkArbZG

§ 9  Sonn- und Feiertagsruhe

(1)  Arbeitnehmer dürfen an Sonn- und gesetzlichen Feiertagen von 0 bis 24 Uhr nicht beschäftigt werden.

Mit „beschäftigt werden” ist jede Form der Arbeit gemeint - auch Überstunden, Bereitschaft, Rufbereitschaftseinsatz, Visitendienst. Als wirklich frei gilt der Sonntag oder ein Feiertag nur, wenn der gesamte Kalendertag und mindestens weitere zusamenhängende 11-Stunden ohne jede Arbeitszeit sind.

Arbeitszeitgesetz   linkArbZG

§ 11    Ausgleich für Sonn- und Feiertagsbeschäftigung

(4)  Die Sonn- oder Feiertagsruhe des § 9 […] ist den Arbeitnehmern unmittelbar in Verbindung mit einer Ruhezeit nach § 5 zu gewähren, soweit dem technische oder linkarbeitsorganisatorische Gründe nicht entgegenstehen.

Die Ruhezeit kann dabei auf 10-Stunden verkürzt werden. Die Rechtsgelehrten sind sich einig: Soll ein Sonntag als frei im Sinne des Gesetzes gelten, dann muss

(Siehe hierzu u.a. den Kommentar zum Arbeitszeitgesetz, Anzinger, Koberski, Wolters, Zmarzlik, 2.  Auflage 2005, §1  Randnummer  37.) Dies gilt bei Feiertagen sinngemäß genauso. Andernfalls ist ein Ersatzruhetag fällig.

Rund 12 Feiertage im Jahr

Fünf „feste Feiertage” richten sich nach dem Kalender

Sieben „bewegliche Feiertage” richten sich nach dem Mondzyklus. Diese Festtage fallen stets auf einem bestimmten Wochentag, nie auf einem Dienstag, Mittwoch oder Samstag.

Für Geltendmachungen: Der linkFestkalender der Jahre 1700 bis 2199.

   Wochentag      Datum      Grund zum Feiern  
  Samstag  der Vorfesttag fällt auf einen Werktag  

Am Ostersonntag und Pfingstsonntag begnügt sich die NRW-Landesregierung mit dem Schutz des Sonntags. Nur wer also an diesen Sonntagen „ohnehin” frei hat, kann unbeschwert feiern.


Beispiel: So ist's richtig!

Eigentlich ist Franzi an diesem Dienstag mit einer Frühschicht dran.
Ihre Arbeitspflicht entfällt „wegen” des dienstäglichen Feiertags.
Darum bleibt in der 1.Zeile alles beim Alten, in der 2.Zeile wird sie durch das »X« freigestellt. Sie kann feiern.
Der Ersatzruhetag hat eine Verbindung zu einer mindestens 10 stündigen zusammenhängenden Ruhezeit - in diesem Fall danach am Mittwoch bis zum Beginn des Spätdienstes.

  Übertrag   Mo Di Mi Do Fr Sa So Bilanz Übertrag
Franzi Fetè +2,3h  Plan  F F S S S x x 38,5h +2,3h
38,5h
7,7h, 10h
   Ist  xE              
                     
F  = Frühdienst 06:00 bis 14:15 Uhr / 7,7h
S  = Spätdienst 11:45 bis 20:00 Uhr / 7,7h
x  = Frei (kein Arbeitsbeginn)
xE = Frei wegen dem Feiertag


Beispiel: Und so ginge es daneben!

Eigentlich ist Franzi an diesem Dienstag mit einer Frühschicht dran.
Das „Frei” wegen des dienstäglichen Feiertags geht jedoch schief. Denn am Montagnachmittag davor liegt keine 10-stündige zusammenhängende Ruhezeit in Verbindung mit diesem Frei. Und ebensowenig am Mittwochmorgen danach.
Franzi steht darum später noch ein „richtiger” Ersatzruhetag zu.

  Übertrag   Mo Di Mi Do Fr Sa So Bilanz Übertrag
Franzi Fetè +2,3h  Plan  F F F F S x x 38,5h +2,3h
38,5h
7,7h, 10h
   Ist    xE              
                     
F  = Frühdienst 06:00 bis 14:15 Uhr / 7,7h
S  = Spätdienst 11:45 bis 20:00 Uhr / 7,7h
x  = Frei (kein Arbeitsbeginn)
xE = Frei wegen dem Feiertag


Link und Lesezeichen: Bunter Vogelwww.feiertag.schichtplanfibel.de


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Und dazu noch Bereitschaftsdienst?

04.05. – 08.05.2020 in Bielefeld

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Zweimal ist die betriebliche Interessenvertretung wirklich stark:
Die Arbeit mit Patientinnen und Klienten belastet körperlich und oft auch psychisch. Dennoch verlangen manche Arbeitgeber, dass die Beschäftigten über ihre regelmäßige Zeitschuld hinaus im Betrieb bleiben - jederzeit bereit, bei Bedarf die Arbeit aufzunehmen.
In den OPs, Laboren und Röntgenabteilungen wächst die Unzufriedenheit. Denn manche arbeiten in den Bereitschaftsdienst hinein, kommen über Nacht kaum zu Ruhe oder schlafen dort deutlich schlechter als zu Hause. Und viele ahnen: Das alles geht nicht mit rechten Dingen zu.
 ⊗ Alternative Arbeitszeitmodelle – attraktives Beispiel: Rufbereitschaft
 ⊗ Hürden des Bereitschaftsdienstes: Pausen, Alleinarbeit, Nachtarbeit und die sich daraus ergebenden Maßnahmen zum Gesundheitsschutz
 ⊗ Erfassung von Belastung und Auslastung im Bereitschaftsdienst
 ⊗ Regelungslücken: Feiertage, Vorfesttage, Kombination mit Überstunden
 ⊗ Vergütung: Zusätzliches Geld oder Arbeitszeitverkürzung
 ⊗ Individuelle Ausnahmen bei der Heranziehung zum Dienst
 ⊗ Vorschläge, um Veränderungsprozesse anzustoßen
 ⊗ Gesetzliche und tarifliche Regelungssperren und -öffnungen?
   Referent: Tobias Michel

  ⊗ Schichtplan-Fibel extra
Übergriffe auf die Freizeit

07.09. – 11.09.2020 in Mosbach

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Die Bedeutung von Freizeit nimmt zu. Für die Kolleginnen und Kollegen genauso wie auch für deren Arbeitgeber. Für eine verlässliche Lebensplanung braucht es Schichtpläne, die - rechtzeitig angeordnet - die vertraglichen Ansprüche und die Wünsche widerspiegeln. Die Wirklichkeit aber sieht anders aus: Die eingeplanten Pausen werden je nach Arbeitsanfall verschoben oder widerrufen; das Schichtende verrutscht früher oder später; alle paar Tage folgen neue Angebote für Planänderungen und Schichtwechsel.
Anhand kleiner Fallbeispiele untersuchen wir, wie die betriebliche Interessenvertretung die Kolleginnen und Kollegen vor Übergriffen auf ihre Freizeit schützen kann. Und wir diskutieren, inwiefern ┬┤intelligente Ausfallkonzepte┬┤ ent- oder belasten.
 ⊗ Verbindlichkeit der Schichtpläne: Für Arbeitgeber, die betriebliche Interessenvertretung, die Beschäftigten
 ⊗ Planergänzungen: Mehrarbeit und Überstunden
 ⊗ Planänderungen: Schichtwechsel, Arbeit an planfreien Tagen
 ⊗ Ankündigungsfristen, Zeit- und Gruppendruck
 ⊗ Gesundheitliche und soziale Folgen der Übergriffe
 ⊗ Erhöhte Schutzwirkung durch betriebliche Vereinbarungen
 ⊗ Zwangsmaßnahmen gegen gesetz- und vertragswidrige Übergriffe

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Pausen als Hebel zur Entlastungt

09.11. – 13.11.2020 in Walsrode

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Pausen verlängern in jedem Fall die betriebliche Anwesenheit der Beschäftigten, ihre Erholungswirkung aber ist in vielen Fällen fraglich. Häufig werden Pausen im Tagesablauf eingeschoben, wenn das Arbeitsaufkommen es gerade zulässt. Insbesondere in den schlecht besetzten Schichten, am Wochenende, nachts oder im Bereitschaftsdienst verzichten Beschäftigte bereitwillig auf ihre Pausen. Deshalb empfielt die Arbeitswissenschaft Arbeitgebern, geregelte Pausen zu organisieren. Das aber fällt vielen von ihnen aus vielerlei Gründen schwer. Also kümmert sich die Interessenvertretung besser selbst darum. Anhand von Fallbeispielen und Regelungsvorschlägen untersuchen wir, unter welchen Umständen Pausen für die Kolleginnen und Kollegen eine stärkende, entlastende Wirkung entfalten und erarbeiten uns Wege, bessere Pausenregeln durchzusetzen.
 ⊗ Gesetzliche Pflichten der Arbeitgeber
 ⊗ Arbeitswissenschaftlicher Stand zur Erholungswirkung (Kurzpausen mit begrenzter Wirkung)
 ⊗ Lage und Länge der Pausen
 ⊗ Pausenräume als soziale Kristallisationspunkte
 ⊗ Bezahlte Pausen, Pausen als Arbeitszeit
 ⊗ Mindestbesetzungen und Dokumentationspflichten des Arbeitgebers
 ⊗ Mitbestimmung der Pausen in den einzelnen Dienstplänen