Schichtplanung

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Bunter Vogel schatten

Nachtwachen odernachts arbeiten

Nina arbeitet nach einem Rahmenplan - 2 Frühschichten, 2 Spätschichten, 2 Nachtwachen, 4 Freischichten. Und diese Folge wiederholt sich wieder und wieder; binnen 10 Wochen gleicht sich die Arbeitszeit auf den Wochendurchschnitt von 38,5 Stunden aus (Ausgleichszeitraum).
Eine solche Schichtfolge nennen übrigens die Kollegen bei ThyssenKrupp Eisenbahn und Häfen die „Ärzte-Schicht”. In den Kliniken wollen Ärzte meist nicht selbst nach solchen Schichtplänen arbeiten. „Ärzte-Schicht” heißt sie wohl eher, weil Arbeitsmediziner oder Betriebsärzte eine solche Schichtfolge für andere nicht so ungesund finden.

Beispiel: Das Besondere der Nacht

Auf den ersten Blick scheint es, als ob Nina am Sonntag frei hat. Doch Nina schaut genau hin.
Ihre Arbeitsschicht am Samstag endet erst am Sonntagmorgen. Für diese Sonntagsarbeit bekommt sie Zeitzuschläge und in der Folgewoche einen linkErsatzruhetag xS.

  Übertrag   Mo Di Mi Do Fr Sa So Bilanz Übertrag
Nina Acht +0h  Plan  F F S S N N x 55h +16,5h
38,5h
8,75h, 10h
   Ist      +1            
        +1         +1  
  Übertrag   Mo Di Mi Do Fr Sa So Bilanz Übertrag
Nina Acht +16,5  Plan  x xS x F F S S 35h +13h
38,5h
8,75h, 10h
   Ist                   
+1                 +1  
F  = Frühdienst 06:00 bis 15:15 Uhr / 8,75h
S  = Spätdienst 12:45 bis 22:00 Uhr / 8,75h
N  = Nachtwache 19:45 bis 06:30 Uhr / 10h
xS = Ersatzruhetag für Sonntagsarbeit

Dauernachtwache

Kein Gesetz verbietet, Beschäftigte als Dauernachtwache einzusetzen, also ausschließlich in der Nachtarbeit. Es gibt sogar Berufe, die ausschließlich aus Nachtarbeit bestehen (Zeitungsausträger/innen, Schlafwagenschaffner, Nachtportier usf.).

8 Nächte in Folge

Kein Gesetz regelt, wie viele Nachtschichten jemand höchstens hintereinander arbeiten darf, bevor die erste Freischicht folgt.

Manchmal wollen Arbeitgeber urplötzlich die Dauernachtwachen auch am Tag einsetzen, oder nur noch zu drei Nächten in Folge einteilen. Meist erhoffen sie sich davon eine höhere Flexibilität beim Personaleinsatz. Mit Fürsorge oder Gesundheitsschutz hat das wohl wenig zu tun. Wenn Fachkräfte wieder mal knapp werden, dann finden die gleichen Chefs Dauernachtwachen modern und entlastend.
Besser wäre, sie würden die Arbeit in der Nacht auf das Notwendigste beschränken, erleichtern und unterstützen.

  ⊗ Schicht­plan-Fibel extra
Und dazu noch Bereitschaftsdienst?

rot17.04.– 19.04.2023 Thüringen – BZ Saalfeld
Die Arbeit mit Patientinnen und Klienten belastet körperlich und oft auch psychisch. Dennoch verlangen manche Arbeitgeber, dass die Beschäftigten über ihre regelmäßige Zeitschuld hinaus im Betrieb bleiben - jederzeit bereit, bei Bedarf die Arbeit aufzunehmen.
In den OPs, Laboren und Röntgenabteilungen wächst die Unzufriedenheit. Denn manche arbeiten in den Bereitschaftsdienst hinein, kommen über Nacht kaum zur Ruhe oder schlafen dort deutlich schlechter als zu Hause. Und viele ahnen: Das alles geht nicht mit rechten Dingen zu.
 ⊗ Alternative Ar­beits­zeitmodelle – attraktives Beispiel: Rufbereitschaft
 ⊗ Hürden des Bereitschaftsdienstes: Pau­sen, Alleinarbeit, Nachtarbeit und die sich daraus ergebenden Maßnahmen zum Gesundheitsschutz
 ⊗ Erfassung von Belastung und Auslastung im Bereitschaftsdienst
 ⊗ Regelungslücken: Feiertage, Vorfesttage, Kombination mit Überstunden
 ⊗ Vergütung: Zusätzliches Geld oder Ar­beits­zeitverkürzung
 ⊗ Individuelle Ausnahmen bei der Heranziehung zum Dienst
 ⊗ Vorschläge, um Veränderungsprozesse anzustoßen
 ⊗ Gesetzliche und tarifliche Regelungssperren und -öffnungen?
   Referent: Tobias Michel

  ⊗ Schicht­plan-Fibel extra
Übergriffe auf die Freizeit

gelb 05.–07.06.2023 in Niedersachsen | Walsrode
Wie die Beschäftigten vor Übergriffen auf die Freizeit geschützt werden können
Die Bedeutung von Freizeit nimmt zu. Für die Kolleginnen und Kollegen genauso wie auch für deren Ar­beit­ge­ber. Für eine verlässliche Lebensplanung braucht es Schichtpläne, die – rechtzeitig angeordnet – die vertraglichen Ansprüche und die Wünsche widerspiegeln. Die Wirklichkeit aber sieht anders aus: Die eingeplanten Pau­sen werden je nach Ar­beitsanfall verschoben oder widerrufen; das Schichtende verrutscht früher oder später; alle paar Tage folgen neue Angebote für Planänderungen und Schichtwechsel.
Anhand kleiner Fallbeispiele untersuchen wir, wie die betriebliche In­ter­es­sen­ver­tre­tung die Kolleginnen und Kollegen vor Übergriffen auf ihre Freizeit schützen kann. Und wir diskutieren, inwiefern ´intelligente Ausfallkonzepte´ ent- oder belasten.
 ⊗ Verbindlichkeit der Schichtpläne: Für Ar­beit­ge­ber, die betriebliche In­ter­es­sen­ver­tre­tung, die Beschäftigten
 ⊗ Planergänzungen: Mehrarbeit und Überstunden
 ⊗ Planänderungen: Schichtwechsel, Ar­beit an planfreien Tagen
 ⊗ Ankündigungsfristen, Zeit- und Gruppendruck
 ⊗ Gesundheitliche und soziale Folgen der Übergriffe
 ⊗ Erhöhte Schutzwirkung durch betriebliche Ver­ein­ba­rungen
 ⊗ Zwangsmaßnahmen gegen ge­setz- und vertragswidrige Übergriffe
   Referent: Tobias Michel



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